Entfernung der Luftwärmepumpe zur Grundgrenze bzw. zum Nachbarn

Bei der Planung von Luft-Wasser Wärmepumpen ist die schalltechnische Betrachtung zum fast wichtigsten Punkt geworden. Die strengen Behördenauflagen aus der Lärmschutzverordnung ÖAL Richtlinie 3 haben diese Thematik zum beherrschenden Thema werden lassen.

Auch wenn die exakten Vorgaben regional etwas unterschiedlich ausfallen, kann man im Schnitt von einem maximal zulässigen Schalldruckpegel an der Grundgrenze zum Nachbar von 30 teils sogar nur 25 dB(A) ausgegangen werden. Um dies zu erreichen muss die Wärmepumpe mit einer dem Geräteschallpegel entsprechenden Distanz zur Grundstücksgrenze bzw. zum Nachbarn aufgestellt werden.  

Mit handelsüblichen Luft-Wärmepumpen und deren Betriebsgeräusch stößt man hier in den meisten Fällen auf ein Problem: Wird das Gerät schalltechnisch optimiert in die Mitte des Grundstücks platziert (was auf Grund der Bebauung im Normalfall gar nicht möglich ist), muss das Grundstück über gut 45 m Länge und Breite, also eine Fläche von rund 2.000 m² verfügen, um den notwendigen Abstand zur Grundstücksgrenze einhalten zu können.  Und das am Beispiel einer schon "eher leiseren" Luftwärmepumpe mit einem Schallleistungspegel von ca. 60 dB(A).

Oder andersrum ausgedrückt: Für ein heutzutage durchschnittliches Neubaugrundstück von etwa 300-400 m² benötigen Sie eine Wärmepumpe mit einem Schallleistungspegel von gut unter 50 dB(A) um die geforderten 25-30 dB(A) Schalldruckpegel an der Grundstücksgrenze zu erreichen.

Schallleistungspegel und Schalldruckpegel bei Wärmepumpen

Sehr wichtig und mit vielen "Missverständnissen" verbunden ist hier die Unterscheidung zwischen Schallleistungspegel und Schalldruckpegel:

Der Schallleistungspegel ist eine Kenngröße der Emission und bezeichnet die vom Gerät abgegebene Schallenergie.

Der Schalldruckpegel ist eine Größe der Immission und beschreibt die Einwirkung der verbleibenden Schallenergie an einem bestimmten Ort, welche dort von Menschen wahrgenommen wird. Mit zunehmenden Abstand zur Schallquelle Wärmepumpe wird der Schalldruckpegel entsprechend niedriger.

Was bedeutet das in der Praxis:

  • Um eine schalltechnische Beurteilung durchführen zu können wird zwingend die Schallleistung der Wärmepumpe benötigt.

  • Das Vergleichen der Lautstärke von unterschiedlichen Wärmepumpen ist für den Laien NUR anhand der Schallleistung möglich.

Möglichkeiten zur Vermeidung von Schallproblemen

Nachträgliche Maßnahmen zur effektiven Schallreduktion an bestehenden Anlagen sind zumeist technisch kompliziert und folglich auch sehr kostenintensiv. Es ist daher dringend anzuraten sich VOR der Entscheidung für eine Wärmepumpe mit dem Thema Schall auseinanderzusetzen und abzuklären was einzuhalten ist und mit welchen Geräten oder Maßnahmen dies erreicht wird:

  • Erhöhung der Abstandes Wärmepumpe zur Grundgrenze bzw. Wärmepumpe zum Nachbarn. Ist in den seltensten Fällen auf Grund der Grundstücksgröße und Bebauung möglich.  

  • Hauptgeräuschquelle, zumeist der Kompressor, nicht im Außengerät sondern im Gebäudeinneren positionieren. Auf Grund der Geräuschentwicklung im Haus nicht empfehlenswert, bei kellerlosen Gebäuden praktisch nicht machbar. 

  • Das Außengerät mit einem entsprechenden Schallschutz planen. Die Schallreduktion dieses Schutzes muss für ein übliches Gerät auf einem durchschnittlichen Grundstück sicher weit  über 10 dB(A) liegen. Zudem darf die Effizienz, Funktionalität und Zugänglichkeit der Wärmepumpe nicht leiden oder eingeschränkt werden. Z.B. Schallhaube Silent S.

  • Der Einsatz moderner, sehr sehr leiser Luft-Wärmepumpen wie Aquarea Silent. Diese erfüllen auch in dicht bebauten Flächen mit kleinen Grundstücken die schalltechnischen Anforderungen und können in sehr geringem Abstand positioniert werden.

Und noch ein Hinweis: Schenken Sie Aussagen oder Beurteilungen über "laute" und "leise" Wärmepumpen keine Beachtung. Das Schallempfinden ist von Mensch zu Mensch äußerst unterschiedlich, ähnlich wie der Geschmack - und über diesen lässt sich bekanntlich ja streiten. Orientieren Sie sich einzig an der Angabe des Schallleistungspegel der Wärmepumpe